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Daten statt Patienten schicken: Wie E-Health den Gesundheitsmarkt verändern wird

22.11.2007

Daten statt Patienten schicken: Wie E-Health den Gesundheitsmarkt verändern wird / IIR-Konferenz "eHealth", 24. und 25. Januar 2008 in Köln

Sulzbach am Taunus (ots) - Das jährliche Einsparpotenzial durch
elektronische Gesundheitsdienste (E-Health) schätzte die
Unternehmensberatung Boston Consulting Group bereits vor einigen
Jahren auf etwa sieben Milliarden Euro. Heute bezeichnen laut einer
Studie der Fachhochschule Flensburg 85 Prozent der
Krankenhausmanager, Ärzte und Kassenvertreter E-Health als
Wettbewerbsfaktor im deutschen Gesundheitswesen. Der Autor der
Studie, Prof. Dr. Roland Trill, weist darauf hin, dass E-Health mehr
sei als die derzeit diskutierte elektronische Gesundheitskarte (eGK):
"Ob elektronische Patientenakte, Gesundheitsportale oder
Teleradiologie - elektronische Anwendungen werden das gesamte
Gesundheitswesen verändern und dazu beitragen, alle Akteure mehr und
mehr miteinander zu vernetzen", so Trill gegenüber dem
Kongressveranstalter IIR Deutschland. Unter seinem Vorsitz
diskutieren auf der IIR-Konferenz "eHealth" (24. und 25. Januar 2008,
Köln) Vertreter von Krankenhäusern und Krankenkassen sowie Anbieter
von Informationstechnik über die Zukunft von E-Health in Deutschland.

E-Health als Informationsbrücke zwischen Patient, Arzt und
Krankenhaus

Erste Kliniken haben bereits begonnen, E-Health-Anwendungen
einzuführen. So die Rhön-Klinikum AG: Alle 46 zum Konzern gehörenden
Krankenhäuser sollen in Kürze über eine webbasierte elektronische
Patientenakte miteinander vernetzt werden. Medizinische Daten von
mehr als einer Million behandelter Patienten können dann über die
Plattform ausgetauscht werden, sofern die Patienten vorab ihr
Einverständnis gegeben haben. "Die elektronische Krankenakte fungiert
als eine intersektorale Brücke zwischen den Krankenhäusern", so der
Leiter der Konzern-EDV, Prof. Dr. Kurt Marquardt. Auf der
IIR-Konferenz wird er das Projekt "Elektronische Krankenakte"
vorstellen und über die notwendigen technischen Rahmenbedingungen
sowie über die Datenschutzbestimmungen informieren.

Auch das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gehört zu
den Vorreitern im Bereich E-Health: Gemeinsam mit Siemens Medical
Solutions erarbeitete das Haus eine IT-Strategie, um künftig den
Arbeitsfluss und die Effizienz innerhalb der Klinik zu verbessern.
Bis 2008 will das Haus rund 300 Millionen Euro in eine neue
Infrastruktur investiert haben, wovon ein Zehntel in die IT fließt.
Kern dieser Strategie ist es, Ärzte, Überweiser und Patienten in
möglichst viele Abläufe mit einzubeziehen. Über ein Portal sollen
Patienten zum Beispiel Zugang zu ihren medizinischen Daten erhalten.
Dr. Peter Gocke, Leiter der Informationstechnologie, berichtet auf
der IIR-Konferenz, welche Verbesserungen er sich von der
Umstrukturierung erhofft.

Bilder und Befunde digital austauschen: Teleradiologie
Weiteres Thema der Konferenz ist die Telemedizin: So wird Prof.
Dr. Sven Mutze, Direktor des Instituts für Radiologie am
Unfallkrankenhaus Berlin, die Vorteile der Teleradiologie erläutern.
Vor drei Jahren vereinbarte Mutze mit mehreren benachbarten
Krankenhäusern eine Kooperation für alle Abläufe der Radiologie.
Seither laufen die Anmeldung zur radiologischen Untersuchung, die
Prüfung der Indikation, die Untersuchung selbst sowie die Befundung
über ein teleradiologisches Netzwerk. "Eine zeitnahe Befundung und
die permanente Erreichbarkeit auch außerhalb der Tagesdienste
gewährleisten eine hohe konstante Patientenversorgung in allen
betreuten Häusern", erläutert Mutze. Auf der IIR-Konferenz wird er
veranschaulichen, wie die digitale Bildverwaltung in der Praxis
funktioniert und welche Möglichkeiten RIS- und PACS-Architekturen
(Radiologie-Informationssystem, Picture Archiving and Communication
System) bieten.

Die eGK aus Sicht der Krankenkassen
Die Meinungen über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) sind
in Deutschland gespalten: Während 73 Prozent der Industrieunternehmen
und 60 Prozent der Krankenkassenvertreter die Bedeutung der Karte als
hoch oder sehr hoch einschätzen, sprechen sich nur 29 Prozent der
Ärzte für dieses Instrument aus, so das Ergebnis einer Umfrage der FH
Flensburg. Auf der Konferenz wird ein Vertreter der DAK den Status
der eGK aus Sicht der Krankenkassen schildern, dabei Nutzenpotenziale
vorstellen und den Aspekt des Datenschutzes beleuchten.

Von Dänemark lernen
"Während in Deutschland noch über E-Health diskutiert wird, wird
es in Dänemark schon lange gelebt", so die Beobachtung des
Konferenzvorsitzenden Roland Trill. Seit 1993 seien alle dänischen

Krankenhäuser und Apotheken, 16 Krankenversicherer und über 70
Prozent der Fachärzte über ein E-Health-Portal miteinander verbunden:
Über sundhed.dk werden elektronische Patientenakten von rund 1,25
Millionen Versicherten verwaltet sowie 73 Prozent aller Rezepte und
83 Prozent aller Laboruntersuchungen verschickt. Der Leiter des
Portals, Jens Rastrup Andersen, stellt das Projekt auf der
IIR-Konferenz vor.

Weitere Themen der Konferenz sind Elektronische Disease Management
Programme, Betreuungskonzepte des telemedizinischen Monitorings und
Einweiserportale.

 

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